In Gladbeck fällt dem erfahrenen Baugrundgutachter schnell auf, wie stark die Verwitterungsgrade der Emscher-Mergel und quartären Lehme schon auf kurzer Distanz wechseln können. Genau hier setzt die Bestimmung der Atterberg-Grenzen an: Fließgrenze und Ausrollgrenze liefern in Kombination mit der natürlichen Wassergehaltsbestimmung ein klares Bild der Konsistenz bindiger Schichten. Wer in Stadtteilen wie Rentfort oder Butendorf eine Baugrube plant, braucht belastbare Kennwerte, um die Tragfähigkeit des anstehenden Bodens richtig einzuschätzen. Das Verfahren nach Korngrößenanalyse ergänzt die Plastizitätsdaten, während der Plattendruckversuch später die Verdichtungsqualität auf der Baustelle bestätigt. Unser Labor arbeitet nach DIN EN ISO 17892-12 und liefert Ergebnisse, die direkt in die Setzungsberechnung einfließen.
Ton aus der Emscherzone zeigt oft Plastizitätszahlen über 30 Prozent – ein Warnsignal, das wir in Gladbeck routinemäßig prüfen.
Ablauf und Umfang
Örtliche Baugrundfaktoren
Gladbecks Siedlungsgeschichte reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück, doch die massive Expansion kam mit dem Steinkohlenbergbau ab 1873. Zeche Zweckel und Zeche Graf Moltke prägten nicht nur das Stadtbild, sondern hinterließen auch einen Flickenteppich aus Aufschüttungen, Hohlraumverfüllungen und gestörten Bodenschichten. Wer in der Nähe ehemaliger Schachtanlagen oder der Bundesautobahn 2 baut, muss mit künstlichen Auffüllungen rechnen, deren Konsistenz völlig unbekannt ist. Fehlt eine Bestimmung der Atterberg-Grenzen, kann ein als steif eingestufter Ton sich nach Wasserzutritt plötzlich weich verformen und Setzungen im Zentimeterbereich auslösen. Die DIN 4022 verlangt für jede homogene Schicht eine Mindestanzahl von Proben, um die Zustandsgrenzen statistisch abgesichert anzugeben. Bei Unklarheiten klärt eine ergänzende CPT-Sondierung den Schichtaufbau in-situ und deckt weiche Linsen auf, die eine Handbohrung verfehlen würde.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 17892-12:2020-08 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 12: Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenzen, DIN 18196 – Erd- und Grundbau – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke (Plastizitätsdiagramm nach Casagrande), DIN 4022-1 – Baugrund und Grundwasser – Benennen und Beschreiben von Boden und Fels – Teil 1: Benennung und Beschreibung, DIN 18121-1 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Wassergehalt – Teil 1: Bestimmung durch Ofentrocknung
Weitere Fachleistungen
Standard-Bestimmung nach DIN 17892-12
Ermittlung von Fließgrenze, Ausrollgrenze und Plastizitätszahl. Inklusive Zustandsbewertung und Eintrag ins Plastizitätsdiagramm.
Kombinierte Konsistenz- und Wassergehaltsanalyse
Zusätzliche Ofentrocknung zur exakten Bestimmung der Konsistenzzahl IC. Aussage zu halbfester bis breiiger Zustandsform.
Erweiterte Klassifikation nach DIN 18196
Zusammenführung mit Korngrößenverteilung und Glühverlust. Vollständige Bodengruppenbestimmung für den Erdbau.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Warum sind die Atterberg-Grenzen für eine Baugrube in Gladbeck wichtig?
Die quartären Lehme und tertiären Tone in Gladbeck zeigen je nach Verwitterungsgrad stark schwankende Plastizität. Die Atterberg-Grenzen liefern die Kennwerte, um Setzungen zu berechnen und die richtige Gründungsart – ob elastisch gebettete Bodenplatte oder Pfahlgründung – festzulegen.
Wie viele Proben brauche ich für eine belastbare Aussage?
DIN 4022 empfiehlt pro homogener Schicht mindestens drei bis fünf Einzelproben. Bei heterogenen Auffüllungen, wie sie in Gladbeck durch Bergbau und Industrie vorkommen, kann eine höhere Probenanzahl nötig sein, um Ausreißer zu erkennen.
Was kostet die Bestimmung der Atterberg-Grenzen im Labor?
Die Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze liegt je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen 60 und 90 Euro pro Probe. Bei größeren Probenumfängen erstellen wir ein Pauschalangebot.
Kann man aus der Plastizitätszahl direkt die Tragfähigkeit ableiten?
Nicht direkt. Eine hohe Plastizitätszahl zeigt ein hohes Wasserbindevermögen und damit ein quellfähiges Material an. Für die Tragfähigkeit muss zusätzlich die undränierte Scherfestigkeit aus Labor- oder Feldversuchen vorliegen. Die Atterberg-Grenzen dienen vor allem der Klassifikation und der Abschätzung des Verformungspotenzials.
