Gladbeck liegt auf etwa 60 m ü. NHN, geprägt von den typischen Bodenschichten des nördlichen Ruhrgebiets: quartäre Sande und Kiese über den verwitterungsanfälligen Tonmergelsteinen der Oberkreide. Diese geologische Abfolge verlangt bei jeder Flachgründungsbemessung eine präzise Einordnung der anstehenden Schichten. Das Planungsteam führt die erforderlichen Baugrunderkundungen in Gladbeck durch und leitet daraus die Sohlspannungen für Einzelfundamente sowie Streifengründungen ab. Entscheidend ist die Frage, ob der Emscher-Mergel in tragfähiger Tiefe ansteht oder ob setzungsempfindliche Auenlehme die Lastabtragung dominieren. Ergänzend zur direkten Aufschlussbewertung ziehen wir bei Bedarf den CPT-Versuch heran, um Schichtgrenzen im Stadtgebiet lückenlos zu verfolgen, bevor die Bemessung nach Eurocode 7 erfolgt.
Eine wirtschaftliche Flachgründung in Gladbeck steht und fällt mit der korrekten Einschätzung des Verwitterungsgrades der kreidezeitlichen Tonmergelsteine.
Ablauf und Umfang
- Analyse von Grundbruch- und Gleitsicherheit nach DIN EN 1997-1:2014
- Berücksichtigung der lokalen Mergelverwitterung in der Setzungsprognose
- Variation der Einbindetiefe bei Frostempfindlichkeit der Deckschichten
- Beurteilung von möglichen Schichtwasserhorizonten über dem Stauer
Örtliche Baugrundfaktoren
Die Stadtentwicklung Gladbecks vollzog sich entlang der alten Bauernschaften und später der Zechenstandorte. Historische Karten zeigen, dass viele heutige Bauflächen auf ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen mit verfüllten Gräben oder kleinen Senken liegen. Diese anthropogenen Auffüllungen sind oft nur unzureichend verdichtet und können unter Fundamentlasten nachgeben. Wird eine Flachgründungsbemessung ohne Erkundung dieser Altlastensituation durchgeführt, drohen ungleichmäßige Setzungen, die Risse im aufgehenden Mauerwerk nach sich ziehen. Ein weiteres Risiko stellen die teils hohen Sulfatgehalte des Emscher-Mergels dar, die bei ungeschützten Betonfundamenten einen Sulfattreiben auslösen können – ein Aspekt, der in der Expositionsklasse nach DIN 1045-2 zu berücksichtigen ist.
Video-Ressource
Normativer Rahmen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau – Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-1), DIN 4019:2015-05 (Baugrund – Setzungsberechnungen), DIN 4123:2013-04 (Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude), DIN 1045-2:2014-08 (Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton – Teil 2: Beton)
Weitere Fachleistungen
Baugrundaufschluss und Bodenansprache
Ausführung von Kleinbohrungen und Rammsondierungen im Gladbecker Stadtgebiet zur Ermittlung der Schichtenfolge. Entnahme gestörter und ungestörter Proben für die Bestimmung von Zustandsgrenzen und Kornverteilung.
Ermittlung der Bodenkennwerte
Laborversuche zur Ableitung charakteristischer Werte für Wichte, Reibungswinkel und Kohäsion. Besonderes Augenmerk liegt auf den Restscherparametern vorbelasteter Mergel, die in Gladbeck häufig die Gründungssohle bilden.
Analytische und numerische Setzungsberechnung
Berechnung der zu erwartenden Setzungen und Setzungsdifferenzen unter Gebrauchslasten. Einsatz von Finite-Elemente-Modellen bei komplexen Fundamentgeometrien oder stark wechselnden Baugrundverhältnissen.
Expositionsklassen und Betontechnologie
Festlegung der erforderlichen Betondeckung und der Expositionsklassen nach DIN 1045-2, insbesondere bei chemischem Angriff durch sulfathaltiges Grundwasser im Bereich der Emscher-Mergel.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Mit welchen Kosten muss man für die Flachgründungsbemessung eines Einfamilienhauses in Gladbeck rechnen?
Die Planungskosten für die Flachgründungsbemessung eines Einfamilienhauses in Gladbeck bewegen sich typischerweise in einem Rahmen von 1.590 € bis 2.860 €. Dieser Betrag umfasst die erforderlichen Felduntersuchungen, die bodenmechanischen Laborversuche, die Ermittlung der charakteristischen Kennwerte sowie den eigentlichen statischen Nachweis des Fundaments. Der genaue Preis hängt von der Gründungsart, der Baugrundklasse und dem Umfang der nötigen Aufschlüsse ab.
Wann ist in Gladbeck eine Flachgründung möglich und wann muss auf Pfähle ausgewichen werden?
Eine Flachgründung ist in Gladbeck in der Regel möglich, wenn der tragfähige Emscher-Mergel oder dicht gelagerte Sand in weniger als 1,5 bis 2,0 m Tiefe ansteht und die Grundbruchsicherheit eingehalten wird. Sobald mächtige Auffüllungen oder organische Weichschichten tiefer reichen, muss eine Tiefgründung mit Pfählen in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung fällt auf Basis der Sondierergebnisse.
Wie wird der chemische Angriff des Baugrunds auf das Fundament in der Bemessung berücksichtigt?
In Gladbeck stellt insbesondere der sulfathaltige Emscher-Mergel einen chemischen Angriff dar. Die Bemessung erfolgt durch Einstufung in die Expositionsklasse XA nach DIN 1045-2. Daraus leiten sich Anforderungen an die Betonzusammensetzung ab, etwa ein Sulfathüttenzement mit niedrigem C3A-Gehalt sowie eine erhöhte Betondeckung zum Schutz der Bewehrung.
