GEOTECHNIK
Gladbeck, Germany
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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Gladbeck: Baugrund transparent gemacht

Gladbeck, geprägt vom Strukturwandel des nördlichen Ruhrgebiets, zeigt im Untergrund eine komplexe Mischung aus kreidezeitlichen Mergeln, quartären Sanden und lokalen Bergbauverfüllungen. Die Stadt mit ihren rund 76.000 Einwohnern erstreckt sich über eine Fläche, die von ehemaligen Zechenstandorten und Halden durchzogen ist – was die Baugrundbeurteilung ohne zerstörungsfreie Verfahren oft zum Ratespiel macht. Genau hier setzt die seismische Tomographie an. Wir kartieren mit Refraktions- und Reflexionsseismik die Grenzflächen zwischen Lockergestein und Fels, erkennen Hohlräume und alte Schachtstrukturen, noch bevor der erste Bagger anrückt. Das spart Planungszeit und verhindert kostspielige Überraschungen im Tiefbau. Für eine vollständige Baugrundcharakterisierung kombinieren wir die Tomographie bei Bedarf mit der SPT-Bohrung, wenn zusätzlich bodenmechanische Kennwerte erforderlich sind.

Wir verwandeln seismische Wellen in ein belastbares Untergrundmodell – ohne einen Quadratmeter aufzugraben.

Ablauf und Umfang

Die DIN 4020 und der Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) verlangen eine ausreichende Erkundungstiefe und -dichte, abhängig vom Bauwerkseinfluss. In Gladbeck wird diese Anforderung durch die heterogene Geologie besonders anspruchsvoll. Die seismische Tomographie liefert hier ein durchgängiges Geschwindigkeitsmodell des Untergrunds, statt nur punktueller Aufschlüsse. Wir arbeiten mit einer 24-Kanal-Apparatur und Geophonabständen zwischen 2 und 5 Metern, je nach geforderter Auflösung. Die Auswertung erfolgt nach dem Generalized Reciprocal Method (GRM) für die Refraktion und mittels CMP-Stapelung für die Reflexionsdaten. Das Ergebnis ist ein farbcodiertes Tomogramm, das den Baugrund in Schichten mit unterschiedlicher seismischer Geschwindigkeit gliedert. Weiche Tone, dichte Sande und verwitterter Fels treten so klar hervor. Die Methode eignet sich ideal für Trassenplanungen und große Bauflächen, wo Bohrungen allein zu lückenhaft wären.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Gladbeck: Baugrund transparent gemacht

Örtliche Baugrundfaktoren

Gladbeck liegt am Südrand der Kirchheller Heide, wo die Emscher-Mergel des Oberkreide-Sockels von bis zu 15 Metern Lockersediment überlagert werden. In den Tallagen der Boye können zudem organische Weichschichten und Auffüllungen aus dem Bergbau auftreten. Die größte Gefahr für Bauprojekte sind nicht erkannte Hohlräume und alte Tagesbrüche, die unter Fundamenten zu Setzungsschäden führen. Setzungsunempfindliche Bauweisen scheitern oft an diesen versteckten Strukturen. Die seismische Tomographie deckt solche Anomalien auf, weil Hohlräume und aufgelockerte Zonen die seismische Geschwindigkeit markant reduzieren. Ohne diese Information riskiert man Bauverzögerungen, Nachtragsforderungen und im schlimmsten Fall die Unbrauchbarkeit des Baufelds. Eine frühzeitige geophysikalische Erkundung ist daher keine Option, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

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Normativer Rahmen

DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) – Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik, DIN 18300 – VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil C: Erdarbeiten

Weitere Fachleistungen

01

Seismische Refraktionstomographie

Klassische Methode zur Ermittlung der Felsoberkante und zur Unterscheidung von Lockergesteinsschichten. Wir setzen sie in Gladbeck besonders zur Erkundung von Gründungssohlen und zur Detektion von Verwitterungszonen im Emscher-Mergel ein.

02

Seismische Reflexionstomographie

Hochauflösende Tiefenerkundung bis über 100 Meter. Ideal für Tunnelvorerkundungen und die Ortung tiefliegender Bergbaustrukturen unter der Stadt. Die Stapelung mehrerer Schuss-Geophon-Konfigurationen liefert ein detailliertes Abbild der Reflektoren.

03

Hybride Erkundung mit SPT und CPT

Kombination aus geophysikalischer Vorerkundung und punktuellen Direktaufschlüssen. Nach der Tomographie setzen wir SPT-Bohrungen oder CPT-Sondierungen exakt dort an, wo das Geschwindigkeitsmodell Auffälligkeiten zeigt – gezielt und wirtschaftlich.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
VerfahrenRefraktions- und Reflexionsseismik
ErkundungstiefeBis 50 m (Refraktion) / bis 120 m (Reflexion)
Geophonkanäle24 (erweiterbar auf 48)
QuellsignalFallgewicht 50 kg oder Impulshammer
AuswertemethodikGRM (Refraktion), CMP-Stapelung (Reflexion)
Tomogramm-Auflösung0,25 m vertikal, 2-5 m horizontal
NormgrundlageDIN 4020, EN 1997-1:2004
BerichtsumfangTomogramm, Schichtmodell, geotechnischer Kurzbericht

Fragen und Antworten

Welche Erkundungstiefe erreicht die seismische Tomographie in Gladbeck?

Mit der Refraktionstomographie erreichen wir in den typischen Lockergesteinsböden Gladbecks Tiefen von 30 bis 50 Metern. Die Reflexionsseismik liefert dagegen noch in 80 bis 120 Metern Tiefe verwertbare Signale – wichtig, wenn alte Schächte oder tiefe Auslaugungszonen erkundet werden müssen.

Wann reicht die Tomographie allein, wann brauche ich zusätzlich Bohrungen?

Die Tomographie liefert ein lückenloses Strukturbild des Untergrunds, aber keine bodenmechanischen Kennwerte wie Kohäsion oder Steifemoduln. Sobald Standsicherheitsnachweise oder Setzungsberechnungen anstehen, kombinieren wir sie mit direkten Aufschlüssen. In Gladbeck empfehlen wir oft eine Kombination: zuerst das Tomogramm für den Überblick, dann gezielte SPT-Bohrungen in den identifizierten kritischen Zonen.

Mit welchen Kosten muss ich für eine seismische Tomographie rechnen?

Für eine typische Erkundung in Gladbeck mit 4 bis 6 Schusspunkten und einer Profillänge von 100 Metern liegen die Kosten zwischen 2.810 und 4.900 Euro, abhängig von Zugänglichkeit, Auflösungsanforderung und ob Refraktion oder Reflexion zum Einsatz kommt. Größere Projekte mit mehreren parallelen Profilen staffeln sich entsprechend im Volumen.

Wie lange dauert es von der Messung bis zum Ergebnisbericht?

Die Feldmessung selbst ist meist an einem Tag abgeschlossen, auch bei mehreren hundert Metern Profillänge. Die Datenprozessierung und tomographische Inversion nimmt weitere 3 bis 4 Werktage in Anspruch. Sie erhalten von uns innerhalb von 5 Werktagen nach der Messung den vollständigen Bericht mit Tomogramm und geotechnischer Interpretation. Mehr Info.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Gladbeck und Umgebung.

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