Zwischen der sandigen Kirchheller Heide im Norden und den lehmig-mergeligen Höhen von Wittringen im Süden – Gladbecks Untergrund wechselt auf kurzer Distanz. Wer in Stadtmitte nahe der Emscher baut, trifft oft auf Auenlehm und Torflinsen, während in Rentfort und Zweckel eher dicht gelagerte Sande der Mittelterrasse anstehen. Genau diese Unterschiede machen eine pauschale Baugrundbeurteilung unmöglich. Mit dem CPT-Versuch liefern wir Ihnen punktgenaue Tragfähigkeitsprofile, die genau den Boden abbilden, der unter Ihrem Grundstück liegt. Ergänzend zur Drucksondierung setzen wir je nach Fragestellung die SPT-Bohrung ein, wenn ergänzende Bodenproben fürs Labor nötig sind, oder kombinieren den CPT mit einer seismischen Refraktion zur Tiefenerkundung des Felshorizonts unter dem Quartär.
Ein Meter Bodenprofil mehr erfasst, kann zehntausend Euro an Nachgründung sparen – der CPT-Versuch deckt auf, was die Baggerschaufel nicht sieht.
Ablauf und Umfang
Örtliche Baugrundfaktoren
Gladbeck liegt auf etwa 52 m ü. NHN, doch die eigentliche geotechnische Herausforderung sind die bis zu 8 m mächtigen Auffüllungen und Kulturböden, die ein Jahrhundert Bergbau hinterlassen hat. Wir sehen immer wieder, dass alte Schachtanlagen oder unverfüllte Tagesbrüche zu Setzungsmulden führen, die erst beim Aushub auffallen. Ohne eine tiefenorientierte Sondierung tappt man im Dunkeln. Der CPT-Versuch erfasst selbst dünne Weichschichten und Hohlräume anhand des Spitzendrucks und der Mantelreibung – und das zerstörungsfrei. In einer Region, in der der letzte spürbare Seismik-Einfluss aus dem Roermond-Beben von 1992 nachwirkte, muss ein Gründungskonzept zudem dynamische Lasten berücksichtigen. Unsere Drucksondierungen liefern die Kennwerte, um Setzungsprognosen und die Gefahr von Verflüssigung bei locker gelagerten Sanden unterhalb des Grundwasserspiegels seriös zu bewerten.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 22476-1:2014 – Geotechnische Erkundung – Drucksondierung, Eurocode 7 (DIN EN 1997-2:2010) – Erkundung des Baugrunds, DIN 4020:2010 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke
Weitere Fachleistungen
Standard-CPT mit q_c und f_s
Klassische elektrische Drucksondierung zur Ermittlung von Spitzendruck und Mantelreibung – ideal für die Erkundung von Tragfähigkeit und Lagerungsdichte bei Einfamilienhäusern und Gewerbebauten.
Piezocone (CPTU) mit Porenwasserdruck
Erweiterte Sondierung mit Messung des Porenwasserdrucks zur Bestimmung von Konsolidierungsgrad und Grundwasserleitern – unverzichtbar in den Auenlehmen der Emscherniederung.
Seismischer CPT (SCPTU)
Kombination aus Drucksondierung und seismischer Downhole-Messung zur direkten Bestimmung der Scherwellengeschwindigkeit – einsetzbar für dynamische Nachweise und Erdbebenanalysen nach DIN EN 1998.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Welche Tiefe erreicht der CPT-Versuch in Gladbeck?
Mit unseren 200-kN-Raupengeräten sondieren wir in Gladbeck standardmäßig bis 20 m Tiefe. In den quartären Sanden und Kiesen der Mittelterrasse erreichen wir diese Endteufe zuverlässig. Bei Bedarf und in weicheren Böden, etwa in der Wittringer Mulde, kann mit Vorbohrung eine Tiefe von 25 m realisiert werden.
Wie hilft der CPT bei Bauprojekten auf ehemaligen Bergbauflächen?
Viele Gladbecker Baugebiete liegen über altem Grubenfeld der Zeche Moltke oder Rheinbaben. Der CPT erfasst kontinuierlich das Widerstandsprofil und deckt so Hohlräume, locker verfüllte Schächte und setzungsempfindliche Kippenböden auf. Die Messdaten geben dem Tragwerksplaner die Sicherheit, ob eine Bodenverbesserung wie Injektionen oder ein Tiefenaustausch nötig ist.
Was kostet ein CPT-Versuch in Gladbeck?
Für einen Standard-CPT in Gladbeck liegen die Kosten je nach Tiefe und Aufwand zwischen €160 und €220 pro Sondierpunkt. Bei größeren Stückzahlen oder der Kombination mit Laborversuchen wie der Korngrößenanalyse erstellen wir gern ein wirtschaftliches Pauschalangebot.
Darf die Drucksondierung direkt am Nachbargrundstück angesetzt werden?
Ja, der CPT ist ein quasi verdrängungsfreies Verfahren mit minimalen Erschütterungen. Wir arbeiten mit Raupenfahrwerk und leichten Sondiergestängen, sodass die Grenzabstände nach NBauO NRW in der Regel eingehalten werden. Trotzdem stimmen wir die Positionierung vorab mit dem Bauherrn ab, um Leitungsbestände und Baumbestand zu schonen.
