Die Bodenverhältnisse in Gladbeck sind ein Spiegel der Emscher-Region: Im Norden rund um Zweckel dominieren sandige Kiese der Niederterrasse, während südlich der A2 in Richtung Brauck und Butendorf bindige Lehm- und Mergelschichten anstehen. Diese Zweiteilung entscheidet maßgeblich, ob Regenwasser versickern kann oder gefasst werden muss. Der Felddurchlässigkeitsversuch liefert uns dafür den verlässlichen kf-Wert direkt am gewachsenen Boden. Ob in der Boye-Aue mit hoch anstehendem Grundwasser oder auf dem Kirchhellener Sandrücken – ohne eine In-situ-Messung der Durchlässigkeit bleibt jede Versickerungsplanung eine Annahme. Wir kombinieren den Versuch bei Bedarf mit einer Korngrößenanalyse, um den Schichtenaufbau zu verifizieren, und ergänzen bei tiefen Aufschlüssen um eine SPT-Bohrung zur lagenweisen Tragfähigkeitsbeurteilung.
Ein einziger Feldversuch am richtigen Horizont erspart Ihnen aufwendige Grundwasserhaltungen und falsch dimensionierte Rigolen.
Ablauf und Umfang
Örtliche Baugrundfaktoren
Gladbeck verzeichnete im Jahr 2024 über 850 Millimeter Jahresniederschlag, Tendenz steigend. Bei zunehmenden Starkregenereignissen entscheidet der kf-Wert des Untergrunds darüber, ob ein Grundstück entwässerungstechnisch sicher ist. Bauherren in den Hanglagen am Wittringer Wald unterschätzen oft die laterale Wasserbewegung in den oberflächennahen Sandlinsen – das Wasser staut sich an den darunter liegenden Tonsteinhorizonten und tritt an Böschungen aus. Ein zu optimistisch angesetzter Durchlässigkeitsbeiwert aus einer Laborprobe kann hier fatale Folgen haben: Die Probe ist gestört, das Gefüge zerstört, die tatsächliche Porenkontinuität nicht abgebildet. Der Felddurchlässigkeitsversuch hingegen erfasst das Fließverhalten im natürlichen Kornverband, inklusive Wurzelkanälen und Schichtfugen. Gerade in den ehemaligen Bergsenkungsgebieten nördlich der Innenstadt, wo der Untergrund durch Altbergbau gestört ist, liefert nur die In-situ-Messung verlässliche Werte für die Dimensionierung von Rigolen, Sickerbecken oder Grundwasserabsenkungen.
Normativer Rahmen
DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Feldversuche – Teil 2: Versickerungsversuch im Bohrloch (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 – Feldversuche – Teil 3: Wasserdruckversuch im Bohrloch (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser
Weitere Fachleistungen
Lefranc-Versuch im offenen Bohrloch
Durchführung des Versickerungsversuchs im Lockergestein nach DIN EN ISO 22282-2. Wir setzen eine verrohrte Lanze oder ein Filterrohr mit Kiesschüttung ein, beaufschlagen mit konstantem Druck und zeichnen die Wassermengenkurve digital auf. Auswertung nach Hvorslev und USBR-Verfahren, inklusive kf-Wert-Angabe je untersuchter Tiefenlage.
Lugeon-Test im geklüfteten Fels
Wasserdruckversuch mit Einfach- oder Doppelpacker im Festgestein gemäß DIN EN ISO 22282-3. Wir fahren fünf Druckstufen (Stufenversuch nach Houlsby), messen die Wasseraufnahme pro Stufe und berechnen den Lugeon-Wert. Die Ergebnisse interpretieren wir im Kontext der lokalen Oberkreide-Klüftung, wie sie im südlichen Gladbeck ansteht.
Typische Parameter
Fragen und Antworten
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Gladbeck?
Die Kosten für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch in Gladbeck liegen je nach Bohrtiefe, Anzahl der Prüfhorizonte und Zugänglichkeit der Fläche zwischen €490 und €1040 pro Messtag. Enthalten sind Bohrgestellung, Packer- oder Lanzeneinbau, Messdurchführung und der ausführliche Prüfbericht mit kf-Wert-Berechnung.
Wie viele Versuchshorizonte brauche ich für ein Versickerungsgutachten?
Das hängt vom Schichtenaufbau ab. In Gladbeck empfehlen wir mindestens einen Versuch je hydraulisch relevanter Schicht – typischerweise zwei bis drei Horizonte: einen im Oberboden, einen in der durchlässigen Sand-Kies-Lage und einen im Übergang zum Mergel. Bei stark wechselnden Schichten, wie in der Boye-Aue, kann ein zusätzlicher Horizont sinnvoll sein.
Wie lange dauert die Durchführung vor Ort?
Für einen einzelnen Versuchshorizont benötigen wir inklusive Bohrlochherstellung und Messdurchführung etwa zwei bis drei Stunden. Bei mehreren Horizonten oder kombinierter Bohr- und Versuchskampagne kann der Einsatz einen vollen Arbeitstag umfassen. Den Prüfbericht erhalten Sie innerhalb einer Woche nach dem Feldtermin.
